
Marlon Lipke in Teahupoo ripping
Marlon Lipke scheitert in Teahupoo an Taj Burrow
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag deutscher Zeit läuteten die verbleibenden zwei Heats der ersten Runde den zweiten Wettkampftag ein. Contest-Director Luke Egan hatte den Start eigentlich auf 8.30 Ortszeit gelegt, entschied sich wenige Minuten vor dem Gong wegen starker Onshore Winde dazu noch einmal kurzfristig auf “On Hold” zu gehen. Nach weiteren Calls um 10.00 und 11.00 Uhr wurde dann um 11.30 endgültig gestartet, wobei die Bedingungen einem ASP World Tour Event nicht würdig waren. Besonders im Hinblick auf das viel kritisierte neue Contest-Format (mehr Infos) musste man sich fragen, wo der Vorteil des Formats liegen soll, wenn am Ende wieder in Bedingungen gesurft wird, die nichts mit “weltklasse” zu tun haben.
Nachdem Michel Bourez und Roy Powers ihre Erstrundenheats gegen Heitor Alves und Mick Campbell verloren hatten, ging der Contest wieder “On Hold”. Um 13.30 Ortszeit wurde dann mit der zweiten Runde gestartet, wobei die Bedingungen nach wie vor grausam waren und der Faktor “Zufall” eine große Rolle spielen sollte. Phil MacDonald konnte beispielsweise gegen CJ Hobgood nur eine 0.77 Welle ersurfen, sodass sich auch CJ gewünscht hätte, dass dieses Duell surfender- und nicht wartender Weise entschieden worden wäre. “You never want to win a heat like that“, kommentierte der US-Amerikaner. Der Franzose Jeremy Flores musste sich Jay “Bottle” Thompson geschlagen geben und bleibt damit auch im dritten Event ohne solides Ergebnis.
Im vierten Heat folgte das aus deutscher Sicht lang erwartete Aufeinandertreffen von Taj Burrow und Marlon Lipke. Marlon kam gut in den Heat und surfte die erste Welle. Ein kleines Cover-Up, noch etwas wackelig auf den Beinen und ein Sturz beim Ausgang aus dem Barrel. Die Judges bewerteten ihn entsprechend mit einer 2.67. Taj wartete rund 10 Minuten auf seine erste Welle, zeigte aber gutes Augenmaß und erwischte die bis dato beste Welle im Heat mit einem tieferen Barell und soliden Turns auf der Inside. Die so ersurften 7.50 Punkte allerdings waren sicherlich etwas hoch angesetzt. Marlon gelang in der Folgezeit keine gute Wellenauswahl. Er probierte fleißig, aber zog in Closeouts oder zu flach brechende Wellen rein. Taj hingegen wartete geduldig und schnappte sich zur Mitte des Heats eine weitere gute Setwelle. Er stand wieder gut in der Tube, stürzte jedoch ähnlich wie Marlon auf seiner ersten Welle beim Herausfahren. Die Judges werteten ihn mit unerklärlichen 7.83 Punkten, sodass Marlon danach in einer Combo-Situation war, d.h. er hätte beide seiner besten Wertungen ersetzen müssen, um den Sieg noch für sich zu verbuchen. In den Schluss-Sekunden des Heats gelang Marlon noch eine 4.00 Wertung, die für einige kleine Turns und ein kurzes Barrel vor der Inside gegeben wurde.
Alles in allem geht der Sieg von Taj auf jeden Fall in Ordnung. Er war der routiniertere Surfer, der mit größerer Geduld in die besseren Wellen zog. Ein großes Fragezeichen bleibt allerdings hinter den extrem hohen Wertungen für den Australier. Denn auch seine Leistung war nicht, wie die Punkte vermuten lassen könnten “good”, sondern -selbst mit Rücksicht auf die Bedingungen- höchstens “average”. Diskussionswürdig wäre das natürlich nur für den Fall gewesen, dass Marlon weitere gute Wellen gelungen wären und er eine echte Chance auf den Sieg gehabt hätte.
Der letzte verbleibende Europäer Aritz Aranburu wird in Heat 13 der zweiten Runde gegen Kelly Slater antreten. Nächster Call ist am 14. Mai 19.30 Uhr deutscher Zeit.
Greetz Euer surf-house Team
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