Welches Brett für welche Wellen und vor allem für welchen Surfer?
Wo fange ich an? Naja eigentlich bei dem wichtigsten, beim Surfen geht es um Spaß, und den hat man definitiv wenn man auf dem Brett stehend eine Welle entlang gleitet.
Sicherlich gibt es einige Kriterien die für die in den Surfmovies gezeigten kurzen und sicherlich auch sehr schicken und einfach zu handelnden Bretter sprechen, Stylefaktor, günstigerer Anschaffungspreis, leichter zu transwportieren etc., da würden mir bestimmt noch einige Gründe einfallen.
Was spricht dagegen? Man lernt nun einmal am besten surfen wenn man es wirklich tut, nicht wenn man mit einem stylishen Brett den Strand entlang läuft. Ich möchte hier keinem zu nahe treten, die endgültige Entscheidung muss jeder für sich treffen, sich selber einschätzen und danach eine Kaufentscheidung treffen. Aber je mehr Zeit ich auf dem Brett und nicht neben dem Brett verbringe, umso mehr kann geübt werden und auch das Grinsen am Abend wird deutlich grösser sein wenn man in einer Surfsession 60 Minuten auf dem Brett stand und nicht nur 5 Minuten.
Das Grosse Geheimnis Volumen
Es gibt den allgemein gültigen Spruch “Länge läuft, Breite stabilisiert und Dicke spart Kraft” was auch absolut richtig ist. Ein Surfbrett mit viel Gleitfläche im Unterwasserschiff ist einfacher in Fahrt zu bringen, Geschwindigkeit ist das A und O um Wellen zu bekommen, da die Welle wie in der Wellenkunde schon angesprochen eine Grundgeschwindigkeit haben die vom paddelnden Surfer erreicht und auch noch überstiegen werden muss. Hier kann natürlich das Unterwasserschiff durch verschieden Methoden auf die ich später erst eingehen möchte so angepasst werden, das auch ein kürzeres brett ähnliche Eigenschaften erhält wie ein entsprechend längeres.
Bei der Surfbrettbreite muss man zwei Aspekte beachten, je breiter ein Board ist, umso Kippstabiler wird es da mehr Fläche auf dem Wasser aufliegt, Nachteil bei der Breite besteht darin das ein Surfboard durch zunehmende Breite immer mehr an seiner Wendigkeit verliert, es sei denn die Form (Outline) wird dementsprechend angepasst. Ausschlaggebend ist hier natürlich nicht nur die Breite des Brettes sondern natürlich auch die Aufbiegung (Rockerline) im vorderen (Nose) und hinteren (Tail) Bereich des Brettes.
Die Dicke des Brettes beeinflusst den sogenannten statischen Auftrib zusätzlich, da diese das Volumen stark beeinflusst und auch hier kann gesagt werden, sehr dünne Bretter sind sehr schwer in fahrt zu bekommen, sehr dicke Bretter lassen sich leicht beschleunigen, lassen aber auch wiederum einiges an der Wendigkeit einbüßen.
Um all das berücksichtigen zu können sowohl beim Brettbau als auch beim Brettkauf, gibt es hier einige Maße die ein Brett im groben definieren. Da Surfen aus dem nicht metrischen Raum stammt (letztes Jahrhundert USA) sind alle Maßangaben in foot (Fuß) und inch (Zoll) angegeben. Die Maße setzen sich zusammen aus der Brettlänge, der breitesten Stelle des Boards, und der Dicke. In Fällen in denn das Board länger gebaut wird werden noch zwei weitere Maße angegeben, diese werden ein Fuß von der Nose und ein Fuß vom Tail weg gemessen und geben so einen groben Überblick wie die Outline (äußere Form des Brettes) aufgebaut ist. Ein Fuß besteht aus 12 Zoll und nicht 10 wie die meisten vermutet hätten, ein Inch (Zoll) ist umgerechnet 2,54 Zentimeter lang, ein Zoll dementsprechend 30,48 Zentimeter. Da auch Wellenhöhen meist in Fuß angegeben werden, ist es um nicht den Überblick zu verlieren vor allem bei Wellengrössen angaben den Fuß mit 33,33 Zentimeter anzunehmen und aus einer 3 Fuß Welle somit eine 1 Meter hohe Welle zu machen. Auch hier findet Ihr mehr dazu unter dem Menüpunkt Wellenkunde. Bei einem Surfbrett kann die Längenangabe somit folgend aussehen 6’8 (6 Fuß und 8 Inch Länge wobei der ‘ für die Fuß steht und der ” für die Inch) 18 1/2 (18,5 Inch Breite) und 2 3/4 (2,75 Inch Dicke).
Statischer und Dynamischer Auftrieb
Hui hört sich nach Physik an, ist es auch ein klein wenig, ich versuche es aber so allgemein zu halten als möglich. Im Grunde ist es ganz einfach, der statische Auftrieb erfolgt durch die oben besprochenen Verhältnisse von Länge, Breite und Dicke dem Volumen eines Surfboards. Je mehr Material für den Brettbau verwendet wird, desto mehr wiegt natürlich auch ein Surfboard und muss somit durch das Volumen dieses Manko wieder wett machen. Durch das zusätzliche Gewicht wird das Brett natürlich schwerer zu handeln, durch das grössere Volumen verändern sich die Fahreigenschaften, somit ist hier immer ein Kompromiss gefordert. Das Volumen sorgt dafür das unser Surfboard auf oder an der Wasseroberfläche bleibt, je mehr davon desto weiter über der Wasserlinie schwimmt das Brett. Natürlich muss so ein voluminöses Board auch mehr Wasser verdrängen wenn es in Fahrt gebracht werden soll, das erfordert einen höheren Kraftaufwand wenn das Board in Bewegung ist. Auf der anderen Seite hat ein Board mit geringem Volumen nicht den statischen Auftrieb, schwimmt somit nicht ganz so weit an der Wasseroberfläche (vor allem nicht wenn der Surfer auf dem Board liegt). Um aber richtig gleiten zu können muss das Board eine ideale Position im Wasser haben und die kann bei einem sehr dünnen Board nur erreicht werden, wenn der Auftrieb durch Dynamik (paddeln/Geschwindigkeit) erhöht wird. Dynamischer Auftrieb wird wie der Name schon sagt durch Kraftaufwand erzeugt, im einen durch paddeln oder durch die Position des Brettes in der Welle und deren Energie Übergabe. Hierzu verhilft uns natürlich die Form des Brettes, schmale Bretter werden schneller als breite, dafür ist es schwieriger diese auf Geschwindigkeit zu bringen. Stärker aufgebogene Bretter verdrängen das Wasser beim Gleiten stärker und verlieren somit Geschwindigkeit, flachere Bretter sind zwar schneller aber dafür weniger Wendig.
Boardshapes
Es gibt unzählige Formen und Varianten von Surfbrettern, der einfachheit sollen hier nur die drei Oberkategorien angesprochen werden. Grundsätzlich hat isch aufgrund der Technologie im Brettbau einiges getan in den letzten 40 Jahren, waren die Bretter vor den goldenen 60ern noch meistens aus “Holz” gefertigt und somit sehr schwer, haben neue Materialien vor allem im Kernbereich für einige Veränderungen gesorgt. Aufgrund der Entwicklung auch im Surfstil wurden an die Bretter immer neue Herausforderungen gestellt, neue Technologien oder zumindest Verbesserungen eingeführt. Der erste große Durchbruch kam dann mit der Einführung von drei Finnen (Thruster), vorher wurden meist Single Fin oder Twinser gesurft. Auch die Brettlänge hat sich durch die verschiedenen Anforderungen verändert, in den 80ern wurden die Bretter immer Kürzer, in den 90ern immer dünner und zeitgleich erfolgte auch die Retrowelle zurück zu den langen Planken.
grundsätzlich können drei Kategorien ausgemacht werden, einmal lange etwas breitere Bretter mit einer sehr runden Nose und nicht sehr viel Aufbiegung die sogenannten LONGBOARDS (MALIBUS), die ab einer Länge von 9 Fuß auch als solche gelten. Die SHORTBOARDS, mit meist einer Spitzen Nose und unterschiedlichen Tail Varianten, die eine Größenzuordnung von 6 Fuß bis zu 8 Fuß haben können, hier sind natürlich auch Hybride mit der nachfolgenden Kategorie möglich. Als letze Gruppe dann die MINIMALIBUS (kleine Longboards) die einen Range von 7 Fuß bis hin zu 9 Fuß haben können. Grundsätzlich müssen hier noch die beiden Sonderfälle FISH und GUN angesprochen werden, ein Fishboard ist die Verkleinerung eines Shortboards und für kleinere Wellen gedacht, die Gun ist eigentlich nur etwas für grosse Wellen, hiervon sollte jeder der nicht mindestens Wellen mit bis zu der dreifachen Körpergröße surfen möchte die Finger lassen. Alle weiteren Informationen habe ich natürlich in einzelnen Artikeln gesondert zusammen gefasst damit hier der Rahmen einfach nicht gesprengt wird. Somit also entweder auf die Links im Text klicken oder aber über die Kategorien wählen oder aber über die Suche den einzelnen Post finden. Viel Spaß beim Lesen.
ROB
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